Osteuropa-Radtour: Von Ungarn durch die Slowakei nach Polen  [ 27.08. – 09.09.2025 ]

Unsere Radtour beginnt an der Donau und führt uns von Wien über Bratislava bis nach Budapest. Von dort geht es quer durch die Slowakei: zunächst von Esztergom nordwärts nach Banská Bystrica, anschließend durch die reizvollen Landschaften der Niederen und Hohen Tatra bis zur polnischen Grenze. In Polen radeln wir weiter durch die Mittelgebirgsregion der Beskiden, ehe wir schließlich Krakau erreichen.

[ Landkarte zur Tour ]   [ Alle Bilder ]

Endlose Gerade auf dem Donaudeich Weitere Bilder

Endlose Gerade auf dem Donaudeich

Von Wien nach Bratislava Wien hatten wir mit dem Nightjet erreicht; im Zug gab es sogar ein kleines Frühstück. So können wir uns – mäßig gestärkt – gleich auf den Weg machen. Das GPS lotst uns zielstrebig vom Hauptbahnhof zum Donauufer, wo wir auf den Donau-Radweg treffen. Dieser führt bis Hainburg durch die Lobau, ein landschaftlich reizvolles Auengebiet auf der nördlichen Donauseite. Fast durchgängig asphaltiert verläuft der Weg über weite Strecken direkt auf dem Deich. Kilometerlange Geraden machen das Radeln dort etwas eintönig; Abwechslung bieten einzig andere Radlergruppen, meist auf E-Bikes, denen man unterwegs begegnet.
In Hainburg verlässt der Radweg die Donau und folgt der Hauptstraße bis nach Bratislava. Schon von weitem begrüßt uns dort das Wahrzeichen der Stadt: die Bratislavaer Burg, die hoch über der Donau thront. Beim Besichtigungsspaziergang am Spätnachmittag ist sie selbsverständlich unser erstes Ziel, anschließend flanieren wir ausgiebig durch die sehenswerte Altstadt.
Győr - Raab-Promenade Weitere Bilder

Győr - Raab-Promenade

Bratislava – Győr In Bratislava müssen wir uns zwischen zwei Optionen entscheiden: Linke oder rechte Donauseite. Wir wählen die orografisch rechte, wo uns ein schön ausgebauter Radweg erwartet – allerdings nur bis zur ungarischen Grenze. Dort führt der Weiterweg über kleine, verkehrsarme Landstraßen. Wir befinden uns auf der Kleinen Schüttinsel, einem dünn besiedelten Gebiet. Sie entstand einst durch die Sedimentation der Donau und wird von der Donau und der Moson-Donau, einem Seitenarm, begrenzt.
Am Südende der Kleinen Schüttinsel erreichen wir Győr, unser heutiges Tagesziel. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Raab und Moson-Donau. Während der Türkenkriege hatte Győr große militärische Bedeutung als einer der letzten Vorposten vor Wien und war mehrere Jahre von den Osmanen besetzt. Später entwickelte sich die Stadt zu einem religiösen und wirtschaftlichen Zentrum, wovon prunkvolle Kirchen noch heute zeugen. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs verlor sie aufgrund ihrer Randlage an Bedeutung; erst nach dessen Fall hat sich Győr wieder positiv entwickelt und ist heute ein wichtiges Zentrum im Nordwesten Ungarns.
Esztergom - Kathedrale Weitere Bilder

Esztergom - Kathedrale

Győr – Esztergom Von Győr aus bleiben wir auf der ungarischen Seite der Donau, die hier die Grenze zur Slowakei bildet, und radeln – meist auf Hauptstraßen – zunächst nach Komárom. Von dort nehme ich die schon etwas in die Jahre gekommene Kleinbahn nach Esztergom, während Silke die Strecke mit dem Rad zurücklegt.
Esztergom zählt zu den ältesten Städten Ungarns und war vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts Hauptstadt des Königreichs. Die Hauptsehenswürdigkeit ist die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Adalbert, die weithin sichtbar auf dem Burgberg thront. Sie gilt als größte katholische Kathedrale des Landes und gehört zu den bedeutendsten Kirchenbauten Europas. Natürlich lassen wir es uns nicht entgehen, in die Kuppel hinaufzusteigen und von dort den weiten Blick über Stadt und Donauebene zu genießen.
Visegrád Weitere Bilder

Visegrád

Esztergom – Budapest In Esztergom überqueren wir die Donau zur Schwesterstadt Štúrovo auf der slowakischen Seite des Flusses. Wir bleiben dann zunächst auf der linken Donauseite, passieren dabei Visegrád, dessen Burg die gegenüberliegende Flussseite beherrscht. Kurz darauf erreichen wir Vác, wo wir mit einer kleinen Fähre die Donau queren und anschließend entlang eines Seitenarm, der Szentendrei Duna, weiter radeln. Wenige Kilometer vor unserem Ziel, bereits in einem Vorort von Budapest, überrascht uns ein kräftiger Gewitterschauer, der uns bis auf die Haut durchnässt, ehe wir einen geeigneten Unterschlupf finden. Glücklicherweise ziehen die Wolken bald weiter, und wir können unsere Fahrt bis zum Hotel im Zentrum fortsetzen.
Budapest - Parlament Weitere Bilder

Budapest - Parlament

Budapest In Budapest gönnen wir unseren Fahrrädern einen Tag Ruhe und erkunden die Stadt zu Fuß. Ein langer Spaziergang führt uns durch das Burgviertel mit der Fischerbastei bis zur berühmten Kettenbrücke. Durch eine belebte Fußgängerzone gelangen wir zur St.-Stephans-Basilika, der größten und bedeutendsten Kirche der ungarischen Hauptstadt – und damit auch ein prominenter Anziehungspunkt für Touristen. Etwas abseits davon wird es spürbar ruhiger, und wir flanieren durch die Leopoldstadt zurück zu unserem Hotel.
Sonnengereifte Sonnenblumen Weitere Bilder

Sonnengereifte Sonnenblumen

Von Esztergom nach Banská Štiavnica Von Budapest nach Esztergom nehmen wir die Bahn – die Radroute kennen wir ja schon. Nach gut einer Stunde Fahrt können wir in Esztergom losradeln. Wir überqueren die Donau über die Maria-Valeria-Brücke, die uns bereits von der Hinfahrt vertraut ist. Nach ihrer Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie erst um das Jahr 2000 wieder aufgebaut und ist heute eine wichtige Verbindung zwischen Ungarn und der Slowakei. Von Štúrovo auf der gegenüberliegenden Donauseite führt unsere Route nordwärts durch die landwirtschaftlich geprägte, weitgehend flache Landschaft im Süden der Mittelslowakei – einem Teil der Pannonischen Tiefebene. Dabei folgen wir verkehrsarmen Nebenstraßen, etwas östlich des Hron-Flussgebiets.
Es wird hügeliger, als wir an die südlichen Ausläufer der Westkarpaten kommen. Wir passieren mehrere Stauseen, die im Zusammenhang mit dem Bergbau angelegt wurden, bevor wir schließlich Banská Štiavnica erreichen – unser heutiges Ziel. Banská Štiavnica gilt als die älteste Bergstadt der Slowakei. Schon im 11. Jahrhundert wurde hier Bergbau betrieben. Später siedelten sich deutsche Kolonisten an, vor allem aus Sachsen und dem Alpenraum, um Gold und Silber abzubauen. Auf sie geht auch der deutsche Name der Stadt, Schemnitz, zurück. 1993 wurde Banská Štiavnica in das Weltkulturerbe-Verzeichnis der UNESCO aufgenommen, der letzte noch bestehende Bergbaubetrieb wurde 1994 eingestellt.
Banská Bystrica Weitere Bilder

Banská Bystrica

Von Banská Štiavnica nach Hronec Heute fahren wir durch Mittelgebirgslandschaft zunächst bergab im Tal der Jasenica bis zu deren Mündung in den Hron. Anschließend geht es im Hrontal gemäßigt bergauf bis nach Hronec. Das Hrontal trennt hier die nördlich gelegene Niedere Tatra vom Slowakischen Erzgebirge, das sich südlich des Tals erhebt.
Unterwegs in Hronsek besichtigen wir die alte Holzkirche, eine sogenannte Artikularkirche. Diese Gotteshäuser durften von der nach der Reformation überwiegend evangelischen Bevölkerung nach der Gegenreformation an festgelegten Standorten erbaut und genutzt werden. Heute existieren noch fünf hölzerne Artikularkirchen in der Slowakei, drei davon – darunter auch die in Hronsek – gehören zum UNESCO-Welterbe Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten.
Auf der Weiterfahrt erreichen wir Banská Bystrica, die sechstgrößte Stadt der Slowakei. Wie Banská Štiavnica blickt auch sie auf eine lange Bergbautradition zurück. Bereits im 12. und 13. Jahrhundert kamen die ersten deutschen Siedler in die Region, um Bergbau zu betreiben. Zunächst wurden Gold und Silber gefördert, später auch Kupfer, Quecksilber und Blei. Im 18. Jahrhundert verdrängte der Eisenerzbergbau den Kupferbergbau, bis gegen Ende des Jahrhunderts die letzten Bergwerke geschlossen wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Mittelslowakei, in dem sich zahlreiche neue Industriebetriebe ansiedelten. Ihre vielen historischen Gebäude machen Banská Bystrica heute auch zu einem touristischen Anziehungspunkt.
Meist auf Nebenstraßen, etwas abseits der Hauptstraße, folgen wir dem Hron bis nach Hronec, einem kleinen Dorf, in dem wir die Nacht verbringen. Hronec liegt fernab jeglicher touristischer Pfade, und so überrascht es nicht, dass im Gasthof niemand Deutsch oder Englisch spricht. Doch die junge Wirtin hat einen Freund, der in Deutschland arbeitet – und der ist, welch angenehmer Zufall, gerade für ein paar Tage zu Besuch.
Am Priehyba sedlo Weitere Bilder

Am Priehyba sedlo

Von Hronec nach Liptovský Ján Bis Helpa geht es noch das Hrontal aufwärts – allerdings mit der Bahn, da es dort keine geeigneten Nebenstraßen gibt und die Hauptstraße in einem YouTube-Bericht wegen des starken LKW-Verkehrs als gefährlich beschrieben wird. In Helpa beginnen wir dann die Überquerung der Niederen Tatra. Ein schmales Asphaltsträßchen führt hinauf auf den knapp 1200 Meter hohen Priehyba-Pass, für Kraftfahrzeuge gesperrt und daher allein Radlern und Wanderern vorbehalten. Die Einsamkeit scheint allerdings auch Bären zu gefallen – ein Hinweisschild am Pass warnt eindringlich vor ihnen. Auf seiner Nordseite genießen wir anschließend eine lange Abfahrt, entlang kleiner Flüsse zunächst etwas steiler, dann zunehmend flacher werdend. Dabei passieren wir den Stausee Čierny Váh, in dem der gleichnamige Fluss aufgestaut wird. Der See bildet das Unterbecken eines Pumpspeicherkraftwerks, dessen Oberbecken rund 400 Meter höher auf einem Höhenzug nördlich des Tals liegt.
Nach der dünn besiedelten Bergregion der Niederen Tatra erreichen wir das Gebiet von Liptov mit einigen größeren Ortschaften. In Liptovský Ján gönnen wir unseren Füßen ein Bad in den Mineralquellen des Ortes, bevor wir zu unserer Unterkunft in einem Seitental weiterfahren. Einen kurzen Regenschauer verbringen wir im Trockenen, ehe wir am Spätnachmittag noch eine der vielen Höhlen besichtigen, die es hier gibt.
Hohe Tatra mit dem Kriván Weitere Bilder

Hohe Tatra mit dem Kriván

Liptovský Ján – Kežmarok Die heutige Tour führt uns am Südrand der Hohen Tatra entlang. Über eine kleine Nebenstraße gelangen wir zur Cesta Slobody (deutsch: Freiheitsstraße), einer Höhenstraße, die sich in mäßiger Steigung bis auf rund 1.250 Meter hinaufzieht, bevor sie ebenso sanft wieder ins Tal abfällt. Da parallel dazu unten im Tal eine Autobahn verläuft, bleibt der Verkehr hier auf wenige Touristen beschränkt. Für Radfahrer ist die Strecke daher ideal – nicht zuletzt, weil sie erst vor wenigen Jahren umfassend saniert und frisch asphaltiert wurde. Meist führt die Straße durch dichten Wald, der an einigen Stellen den Blick auf die Gipfel der Hohen Tatra freigibt. Besonders eindrucksvoll erhebt sich der Kriváň, einer der höchsten Berge der Tatra und inoffizielles Nationalsymbol der Slowakei.
An der höchsten Stelle der Höhenstraße liegt das Resort Štrbské Pleso am gleichnamigen See – einst ein Kurort für Asthmakranke, heute ein bedeutendes Wintersportzentrum. Auf der Weiterfahrt passieren wir mehrere kleine Orte, in denen sich eine bunte Mischung aus dem Glanz vergangener Zeiten zeigt: prachtvolle Villen und Hotels aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stehen Seite an Seite mit teils wuchtigen Plattenbauten sozialistischer Prägung.
Kežmarok - Schloss Weitere Bilder

Kežmarok - Schloss

Kurz nach Tatranská Lomnica verlassen wir die Höhenstraße und rollen auf einem mit EU-Mitteln hervorragend ausgebauten Radweg durch den Wald weiter talwärts. Außer uns ist hier allerdings niemand unterwegs. Nach einem kurzen Stück über kleine Landstraßen erreichen wir Kežmarok. Die Stadt wurde von den Zipser Sachsen gegründet und besaß bis ins 20. Jahrhundert eine deutsche Bevölkerungsmehrheit. Damit galt sie lange als wichtigste Stadt der Karpatendeutschen. Im Laufe ihrer Geschichte entstand hier eine sehenswerte Burg sowie mehrere Kirchen – darunter die hölzerne Artikularkirche, die heute zum UNESCO-Welterbe zählt.
Spišský hrad Weitere Bilder

Spišský hrad

Von Kežmarok nach Spišské Podhradie Von Kežmarok aus radeln wir südostwärts in die Levočské vrchy (deutsch: Leutschauer Berge). Das Gebiet war bis 2011 ein Truppenübungsplatz und ist bis heute unbewohnt. Auf einer weitgehend autofreien, dennoch gut ausgebauten Straße steigen wir stetig bergan zum Sedlo pod Krížovým vrchom, einem rund 850 Meter hohen Sattel. Oben empfängt uns ein holzgeschnitzter Heiliger Hubert, dessen Bedeutung sich uns – mangels Sprachkenntnissen – zunächst nicht erschließt. Die Abfahrt Richtung Levoča gerät dann zum kleinen Abenteuer: Der Straßenbelag ist auf dieser Seite des Sattels völlig zerfallen, und wir rollen stellenweise über den grobschottrigen Unterbau. Vielleicht wacht der Heilige Hubert dort oben, damit wir unversehrt ins Tal gelangen.
Im Tal können wir anschließend auf einem angenehmen Radweg nach Levoča weiterfahren. Die Stadt war einst die bedeutendste des Komitats Zips, einer lange Zeit zu Ungarn gehörenden Region, die seit dem frühen Mittelalter von deutschen Auswanderern besiedelt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschstämmige Bevölkerung vertrieben. In ihrer Blütezeit entstanden in Levoča zahlreiche prachtvolle Sakral- und Profanbauten, die größtenteils bis heute erhalten geblieben sind. Aufgrund dieses reichen Erbes wurde Levoča in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Unser Weg führt uns nun durch die sanft gewellte Ebene der Zips, die aufgrund ihrer überwiegend landwirtschaftlichen Nutzung nur dünn besiedelt ist. Je näher wir unserem Tagesziel Spišské Podhradie kommen, desto deutlicher erhebt sich schon von Weitem die mächtige Zipser Burg über der Landschaft. Kurz vor dem Ortszentrum passieren wir die St.-Martins-Kathedrale, den Bischofssitz des Bistums Spiš – ein bedeutender Mittelpunkt für die seit der Gegenreformation überwiegend katholische Bevölkerung. Am Spätnachmittag erkunden wir schließlich die Zipser Burg zu Fuß; ein schöner Wanderweg führt uns hinauf.
Die Ursprünge der Zipser Burg reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie mehrfach erweitert und diente lange Zeit als Verwaltungssitz des Komitats Zips, einer Verwaltungseinheit im damaligen Königreich Ungarn. Als eine der wenigen Burgen widerstand sie dem Mongoleneinfall von 1241/42 und wurde anschließend noch stärker befestigt. Für den Bau konnte Travertin aus einem nahegelegenen Steinbruch genutzt werden.
Cervený Kláštor Weitere Bilder

Cervený Kláštor

Spišské Podhradie – Červený Kláštor Heute müssen wir nochmals durch die Leutschauer Berge: Von Spišské Podhradie aus fahren wir nordwärts durch das bewaldete Mittelgebirge – zunächst bergauf, dann ein langes Stück talwärts. Allmählich wird der Verkehr wieder dichter; nach der dünn besiedelten Waldregion erreichen wir größere Orte. Unter anderem passieren wir Stará Ľubovňa, eine der ältesten Städte der Zipser Region, über der sich die gleichnamige Burg erhebt. Nach einem letzten kurzen Anstieg können wir es schließlich bis Červený Kláštor rollen lassen.
Červený Kláštor, das Rote Kloster, ist ein vielbesuchter Ausflugsort am Dunajec, einem Nebenfluss der Weichsel. Es liegt am Eingang der Dunajec-Schlucht, einem rund acht Kilometer langen Canyon im Gebirge der Pieninen. Bei unserer Ankunft herrscht noch reger touristischer Betrieb; erst gegen Abend ebbt er ab, und über dem Kloster breitet sich eine stille, fast kontemplative Ruhe aus.
Dunajec-Schlucht Weitere Bilder

Dunajec-Schlucht

Von Červený Kláštor nach Mszana Dolna Die Dunajec-Schlucht bildet hier ein Stück weit die Grenze zwischen der Slowakei und Polen. Sie ist gerade so breit, dass neben dem Fluss noch ein schöner Radweg Platz findet, der auf der slowakischen Seite direkt am Ufer entlangführt. An diesem Sonntag bei bestem Wetter herrscht reger Ausflugsbetrieb; zahlreiche Radler kommen uns entgegen, während wir flussabwärts fahren. Da man sich stromab auch mit dem Floß bringen lassen kann, bietet sich eine Rundtour an – aufwärts mit dem Rad, abwärts mit dem Floß – eine besonders erlebnisreiche und offensichtlich auch sehr beliebte Ausflugsvariante.
Am Ende der Schlucht machen wir einen kurzen Abstecher zu einem weiteren touristischen Hotspot: dem Kurort Szczawnica. Der Ort ist seit über 200 Jahren für seine Mineralwasserquellen bekannt. Malerische alte Gebäude und die umgebende Landschaft machen ihn zudem zu einem beliebten Ziel für Tagesausflügler. Natürlich probieren auch wir eine Sorte Mineralwasser – ob es irgendeine Wirkung hatte, können wir allerdings nicht beurteilen.
Auf der Weiterfahrt begegnen wir langen Autoschlangen – Ausflügler, die noch auf dem Weg nach Szczawnica und zur Dunajec-Schlucht sind. Bald erreichen wir die Mittelgebirgslandschaft der Beskiden und überqueren den Gebirgszug auf einer gemäßigt ansteigenden Hauptstraße, auf der sonntags erfreulicherweise kein LKW-Verkehr stört. Nördlich der Beskiden zeigt sich die Region deutlich dichter besiedelt, und bis zu unserem Ziel, Mszana Dolna, passieren wir zahlreiche kleinere Dörfer.
Salzbergwerk Wieliczka Weitere Bilder

Salzbergwerk Wieliczka

Von Mszana Dolna nach Krakau Die Berge werden nun niedriger, je weiter wir nach Norden kommen. Ein kurzer Anstieg noch – dann liegen die Beskiden hinter uns. Unser erstes Tagesziel heute ist Wieliczka. Auf dem Weg dorthin passieren wir Dobczyce, eine Kleinstadt, von deren Burg sich eine weite Aussicht auf den Jezioro Dobczyckie eröffnet, einen Stausee am Fluss Raba.
In Wieliczka wird seit rund tausend Jahren Salz gewonnen: zunächst aus dem Wasser von Salzquellen, später über viele Jahrhunderte durch klassischen Bergbau, heute nur noch aus dem in das Bergwerk eindringenden Wasser. Der Salzabbau wurde 1993 eingestellt; seither dient das Bergwerk ausschließlich dem Tourismus und als Sanatorium. Inzwischen zählt es zum UNESCO-Welterbe. Natürlich wollen wir uns das alles genauer anschauen – und so schließen wir uns einer Führung durch die weit verzweigten Stollen tief unter Tage an.
Von Wieliczka sind es nur noch etwa zehn Kilometer bis Krakau. Der Verkehr nimmt nun deutlich zu, und wir sind froh, dass entlang der gesamten Strecke ein gut ausgebauter Radweg an der Hauptstraße verläuft. Einen kräftigen Schauer unterwegs können wir an einer Straßenbahnhaltestelle aussitzen, bevor wir allzu nass werden. Kurz darauf erreichen wir bereits die Krakauer Innenstadt. Kaum haben wir unser heutiges Domizil erreicht, bricht der nächste Regenschauer los – Glück gehabt.
Krakau - Aussicht auf die Burg Weitere Bilder

Krakau - Aussicht auf die Burg

Krakau In Krakau endet unsere Radltour. Einen Tag gönnen wir uns noch für die Stadt: Wir lassen die Räder stehen und erkunden die Weltkulturerbestadt zu Fuß – die historische Altstadt mit ihren Kirchen und Profanbauten, die Burg und die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel auf dem Wawel, das Jüdische Viertel mit seinen Synagogen und vieles mehr.
Am nächsten Morgen bringt uns eine fast zwölfstündige Bahnfahrt zurück nach Hause – nahezu pünktlich.

Teile des Textes wurden mit KI-Unterstützung verfasst.
Hier auch noch das Fazit der KI zu unserer Tour:
»Diese Radreise von Wien nach Krakau war mehr als nur eine sportliche Herausforderung – sie war eine Entdeckungsfahrt durch Landschaften, Kulturen und Geschichten. Von den weiten Donaudeichen über die stillen Täler des Hron bis zu den Pässen der Tatra spannte sich ein Bogen, der uns immer wieder staunen ließ. Wir begegneten mittelalterlichen Bergbauorten, stolzen Burgen und UNESCO-Welterbestätten, erlebten die Lebendigkeit von Budapest und die stille Abgeschiedenheit kleiner Dörfer, in denen Zufälle zu Begegnungen wurden.
Die Vielfalt dieser Reise bleibt unvergesslich: einsame Nebenstraßen, auf denen nur der Fluss unser Begleiter war; Städte, die mit ihrer Geschichte und Architektur beeindrucken; und die kleinen Momente, die sich nicht planen lassen – ein freundlicher Wirt, ein unerwartetes Gespräch, ein Blick über die Berge im Abendlicht. In Krakau, am Ziel unserer Tour, verdichtete sich all das noch einmal: die Altstadt, der Wawel, das jüdische Viertel – Orte, die den Atem der Jahrhunderte spüren lassen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Eine Radreise wie diese schenkt nicht nur Kilometer und Höhenmeter, sondern auch Geschichten, Begegnungen und Bilder, die weit über die Fahrt hinausreichen. Sie klingt nach – und macht Lust auf neue Wege, neue Länder, neue Abenteuer.«