Kleine Ostseerunde – Von Berlin über Dänemark nach Flensburg
[ 24.05. – 01.06.2025 ]
Unsere Radtour beginnt in Berlin und führt uns zunächst nordwärts auf dem
Fernradweg Berlin-Kopenhagen – der Havel
folgend durch den stillen Norden Brandenburgs, weiter zu den Mecklenburger Seen
und schließlich nach Rostock. Von dort setzen wir mit der Fähre nach Dänemark über.
Wir durchqueren die süddänischen Inseln Falster, Lolland, Langeland und Tåsinge
und folgen anschließend Fünens südwestlicher Küste bis nach Kolding. Von dort
wenden wir uns wieder südwärts, Richtung Flensburg.
Von Berlin nach Zehdenick
Am Vorabend blieb uns noch Zeit für einen kurzen Bummel durch das Berliner Regierungsviertel,
dessen moderne und monumentale Bauten uns nachhaltig beeindruckten. Am nächsten Morgen folgen
wir dem Radweg entlang des Berlin‑Spandauer Schifffahrtskanals bis zur Havel, deren Lauf wir
im Weiteren begleiten. Ein Stück weit markierte die Havel hier einst die Grenze zur DDR; ein
restaurierter ehemaliger Grenzturm erinnert heute an diese Zeit.
Wir passieren Oranienburg mit seinem malerischen Schloss und radeln anschließend meist auf
schmalen Wegen entlang des Oder‑Havel‑Kanals und des Havel‑Kanals weiter nach Zehdenick,
unserem heutigen Tagesziel.
Ehemalige Ziegelei Mildenberg - Ringofen
Von Zehdenick nach Neustrelitz
Der Weiterweg führt an zahlreichen kleinen Seen entlang, die sich in der Havelniederung gebildet haben.
Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Ziegeleipark Mildenberg, ein bedeutendes Industriedenkmal in der
Nähe des gleichnamigen Ortes. Die Ziegelproduktion begann hier im Jahr 1887, nachdem in der Umgebung
reiche Tonvorkommen entdeckt worden waren. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich eines der
größten Ziegeleigebiete Europas. Besonders das zu Beginn des 20. Jahrhunderts rasant wachsende Berlin
hatte einen enormen Bedarf an Baumaterial, das sich über die Havel unkompliziert transportieren ließ.
In der DDR erlebte die Ziegelproduktion noch einmal eine kurze Blüte, bevor die Einführung der
Plattenbautechnologie ab den 1960er Jahren ihre Bedeutung erneut schwinden ließ. Nach der Wende
wurde der Betrieb schließlich eingestellt – westliche Investoren sahen hier keine Zukunft.
Wir radeln weiter auf einsamen Radwegen durch die waldreiche Seenlandschaft im Grenzgebiet
zwischen Brandenburg und Mecklenburg‑Vorpommern. Vorbei am ehemaligen Kloster Himmelpfort
und später durch Fürstenberg führt uns der Weg schließlich nach Neustrelitz, wo wir für
die Nacht einkehren.
Orangerie Neustrelitz
Neustrelitz – Waren – Krakow
Von Neustrelitz aus folgen wir zunächst nicht dem gut ausgebauten Fernradweg,
sondern wählen eine kleine Nebenstraße. Auf der Karte als unscheinbares Sträßchen
verzeichnet, entpuppt sie sich jedoch als recht grobe Schotterpiste. Wir hatten nicht
bedacht, dass sie durch den Müritz‑Nationalpark führt – und daher konsequent
naturbelassen ist. Wir und die Räder werden ordentlich durchgerüttelt, so
heftig, dass Silkes Fahrrad unterwegs sogar den Ständer verliert.
Nach dieser Abkürzung sind wir froh, wieder auf den Fernradweg Richtung
Müritzsee zurückzukehren. Unterwegs passieren wir Ankershagen, den Ort, in dem
Heinrich Schliemann, der Entdecker von Troja, seine Kindheit verbracht hat. Ein
hölzernes Trojanisches Pferd und eine Büste erinnern dort heute an ihn.
Kurz darauf erreichen wir Waren an der Müritz, einen der zentralen Orte der
Mecklenburgischen Seenplatte. Die Müritz ist der größte vollständig in Deutschland
liegende See, touristisch stark beworben und somit ein beliebtes Ziel für
Ausflügler. Am Hafen warten bereits zahlreiche Besucher darauf, mit einem der
Ausflugsdampfer zu einer Rundfahrt aufzubrechen. Nach den stillen, fast menschenleeren
Landschaften der vergangenen Kilometer ist dieser Ort ein deutlicher Kontrast.
Die Weiterfahrt führt an weiteren kleineren Seen entlang, meist auf einsamen
Wegen durch Kieferwälder, zum Krakower See nach Krakow, unserem heutigen Ziel.
Rostock - Rathaus
Von Krakow nach Rostock
Wir verlassen nun das Gebiet der Mecklenburger Seenplatte. Nordwestlich davon wird die
Landschaft wieder leicht hügelig, wir durchqueren da den Rand der sogenannten
Mecklenburger Schweiz. Zunächst begleiten uns noch ausgedehnte Wälder, doch bald bestimmen
landwirtschaftlich genutzte Niederungen das Bild. Die Region ist nun deutlich dichter besiedelt,
und auf unserer Route passieren wir mehrere traditionsreiche Kleinstädte.
In Güstrow nehmen wir uns Zeit für die historische Innenstadt; besonders beeindruckt uns
das Innere des Doms mit Barlachs Der Schwebende. Auch Bützow glänzt mit seinem
historischen Rathaus und dem alten Schloss. Hier treffen wir auf die Warnow, die uns über
Schwaan hinweg bis Rostock begleitet. In Rostock bleibt uns dann noch genug Zeit für
einen Bummel entlang der vielen Sehenswürdigkeiten dort.
Warnemünde
Rostock – Gedser – Maribo
Als wir heute aufbrechen, ist es leicht regnerisch. Doch bis zum Fährhafen in Warnemünde
ist es nicht weit, und so werden wir kaum nass. Am Hafen finden wir Schutz, während wir
auf die Fähre warten. Auf der Überfahrt nach Gedser gleiten wir an der großen Warnow‑Werft
vorbei und anschließend am heute fast menschenleeren Strand von Warnemünde. Die dunklen
Wolken bleiben über Rostock zurück – in Dänemark scheint bereits wieder freundlicheres
Wetter auf uns zu warten.
Auf Falster folgen wir zunächst noch ein Stück dem Fernradweg Berlin–Kopenhagen.
In Nykøbing verlassen wir dann sowohl den Radweg als auch die Insel und wenden uns
westwärts. Über die Kong Frederik d. IX’s Bro überqueren wir den Guldborgsund und
erreichen Lolland, die Nachbarinsel von Falster. Dort radeln wir – teils auf
dem Radweg entlang der Hauptstraße, teils auf kleinen Nebenstraßen –
weiter nach Maribo, unserem heutigen Tagesziel.
Weites Land
Von Maribo über den Langelandsbælt nach Ulbølle
Von Maribo aus führt eine gut ausgebaute Hauptstraße zum Fährhafen Spodsbjerg.
Wir versuchen, sie weitgehend zu vermeiden, und wählen stattdessen nahezu
verkehrsfreie Nebenstraßen, die uns durch die landwirtschaftlich geprägte
Westhälfte Lollands führen. Die Fähre bringt uns anschließend über den
Langelandsbælt zur nächsten Insel – Langeland.
Diese ist rasch durchquert, und über eindrucksvolle Brücken gelangen wir weiter
auf die kleine Insel Siø und schließlich auf das etwas größere Tåsinge, bevor wir
Svendborg auf Fünen erreichen. Auf Tåsinge nehmen wir uns noch etwas Zeit für
Valdemars Slot, in Svendborg dann für eine kleine Stadtrunde. Kurz folgen wir
dem dänischen Radweg N8, biegen jedoch bald ins Inselinnere ab, um unser heutiges
Ziel, Ulbølle, zu erreichen. Dort steht uns ein komplettes altes Bauernhaus zur
Verfügung – die Besitzer haben sich auf dem Grundstück ein neues Haus gebaut und
vermieten nun das alte an Feriengäste.
Holstenhus
Von Ulbølle auf dem Küstenradweg nach Middelfart
Der Ostseeküstenradweg führt uns an der südwestlichen Küste Fünens entlang des Kleinen Belts
nach Norden. Meist verläuft er auf sehr verkehrsarmen kleinen Nebenstraßen; nur in der Nähe
der wenigen Orte entlang der Route begegnet uns etwas mehr Verkehr. Da der Radweg
vorhandenen Sträßchen folgt, ergeben sich unterwegs etliche Schlenker – die Straßen wurden
schließlich nicht für einen durchgängigen Verlauf geplant.
Middelfart, unser Tagesziel, war aufgrund seiner Lage an der engsten Stelle des Kleinen Belts
schon im Mittelalter ein bedeutender Hafen. Heute überspannen zwei große Brücken die
Meerenge und verbinden das dänische Festland mit den Inseln.
Sankt-Nikolai-Kirche in Middelfart
Von Middelfart über Kolding nach Aabenraa
Nach einem kurzen Schlenker zum Hindsgavl Slot und durch den Naturpark Hindsgavl Dyrehave
überqueren wir die Engstelle des Kleinen Belts auf der Gamle Lillebæltsbro, der alten Brücke.
Nach einer kurzen Fahrt auf der Hauptstraße erreichen wir Kolding und widmen uns dort vor
allem dem Schloss Koldinghus.
Auf der Weiterfahrt bleiben wir zunächst ein wenig im Landesinneren, um die vielen Windungen
des Küstenradwegs zu umgehen. Bald darauf passieren wir Skamlingsbanken, eine unter Naturschutz
stehende Endmoräne. Sie besitzt eine besondere historische Bedeutung: Ab 1843 versammelte sich
hier die dänische Bevölkerung Südjütlands zu großen Volksfesten, die im Geist der aufkommenden
dänischen Nationalbewegung die Identität und Sprache der Dänen in Nordschleswig stärken sollten.
Auf dem höchsten Punkt des Hügels steht ein 15 Meter hoher Obelisk aus Granitquadern, der 18
Persönlichkeiten dieser Bewegung ehrt.
Rund zehn Kilometer weiter erreichen wir Christiansfeld, eine Gründung der Herrnhuter Brüdergemeine.
Als sorgfältig geplante Siedlung besitzt der Ort ein außergewöhnlich geschlossenes architektonisches
Erscheinungsbild, das bis heute bemerkenswert gut erhalten ist und maßgeblich zur Verleihung des
UNESCO‑Welterbestatus beigetragen hat.
Über Haderslev gelangen wir schließlich nach Aabenraa, einem hübschen Küstenstädtchen
mit langem Sandstrand.
Schloss Sonderborg
Aabenraa – Sønderborg – Flensburg
Ab Aabenraa folgen wir wieder dem Küstenradweg, der uns zunächst nach Sønderborg führt.
Nach einer kurzen Besichtigung von Stadt und Schloss radeln wir weiter zu den Düppeler Schanzen.
Ihre Erstürmung im April 1864 markierte einen entscheidenden Wendepunkt im deutsch‑dänischen
Krieg und prägte die Geschichte der Region nachhaltig. Heute informiert ein Museum in einer
Dauerausstellung aus dänischer Perspektive über die Vorgeschichte des Konflikts und den
Verlauf der Schlacht.
Von hier aus geht es westwärts entlang der dänischen Seite der Flensburger Förde. Kurz vor
Kupfermühle führt der Weg noch einmal etwas rustikal durch ein kleines Wäldchen, bevor wir
einen unscheinbaren Übergang über die Grüne Grenze erreichen. Nach wenigen weiteren Kilometern
liegt Flensburg vor uns – das Ende einer eindrucksvollen Tour.
Teile des Textes wurden mit KI-Unterstützung verfasst.Auch hier das KI-generierte Fazit zu unserer Tour:»Diese Tour verbindet auf eindrucksvolle Weise stille Naturerlebnisse mit kultur- und geschichtsträchtigen
Orten. Von den einsamen Seenlandschaften Brandenburgs und Mecklenburgs über die weiten Felder
Lollands bis zu den sanften Küsten Fünens und Jütlands spannt sich ein weiter Bogen, der zeigt,
wie vielfältig der Norden Deutschlands und Dänemarks ist. Immer wieder wechseln sich ruhige, fast
meditative Abschnitte mit lebendigeren Momenten ab – sei es in Waren, Sønderborg oder Flensburg.
Besonders reizvoll ist die Abfolge der Landschaften: Havelniederung, Müritzregion, Mecklenburger
Schweiz, die dänischen Inseln und schließlich die Fördelandschaft. Jede Region hat ihren eigenen
hythmus, ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Farben. Dazu kommen zahlreiche historische Höhepunkte –
von Schliemanns Kindheitsort über die Herrnhuter Planstadt Christiansfeld bis zu den Düppeler
chanzen, die die deutsch‑dänische Geschichte geprägt haben.
Am Ende bleibt der Eindruck einer Reise, die nicht nur geografisch, sondern auch atmosphärisch
immer weiter nach Norden führt: vom stillen Binnenland zur offenen Küste, von kleinen Dörfern
zu alten Hafenstädten, von deutscher Geschichte zu dänischer Kultur. Eine Tour, die zeigt, wie
viel man entdecken kann, wenn man sich Zeit nimmt und die Wege zwischen den großen Orten bewusst
wählt.«